Wie soll eine Stadt wachsen, ohne ihren Charakter zu verlieren? Wie schützt man denkmalgeschützte Altstädte wie die von Regensburg vor Hochwasser? Und wie schafft man die Energietransformation hin zu nachhaltigem Wohnen bei gleichzeitig humanen Mieten? Mit diesen und weiteren Fragen im Gepäck startete der Geographie Leistungskurs der 13. Jahrgangsstufe am 18.09.2025 zu einer zweitägigen Exkursion nach Regensburg.  Gemeinsam erkundeten wir, wie sich Geschichte, Stadtentwicklung, Energiefragen und Klimaschutz in einer Stadt verbinden.

Tag 1 – Bauprojekte, Stadtgeschichte und neue Wohnideen

Nach unserer Ankunft in Regensburg machten wir uns direkt auf den Weg zum Neuen Rathaus am Dachauplatz, wo uns Herr Mayr (Abteilungsleiter für Entwicklungsplanung der Stadt Regensburg) begrüßte. Er erklärte uns aktuelle Bauprojekte sowie das Ressourcen- und Energiemanagement der Stadt. Zudem ging er auch auf die Konversion vorhandener Flächen ein, die erfolgreich zu neuen Wohnvierteln umgestaltet wurden. Als Beispiel zeigte er uns die Transformation der ehemaligen Prinz-Luitpold-Kaserne oder der ehemaligen Zuckerfabrik. Dabei erfuhren wir, wie Regensburg Energie spart, nachhaltige Konzepte umsetzt und gleichzeitig den historischen Charakter der Stadt bewahrt.

Im Anschluss führte uns Herr Bachseitz in das genossenschaftliche Wohngebiet Margaretenau. Dort konnten wir ein nachhaltiges Wohnprojekt kennenlernen, bei dem alte Wohngebäude aus den Jahren 1914 bis 1935 modernisiert und in ein gemeinsames Wärmenetz eingebunden werden. Besonders interessant war das sogenannte „U-Haus“, eines der ersten experimentellen Modernisierungsprojekte, bei dem die ursprüngliche Erscheinung weitgehend erhalten blieb und die Mieten nur minimal anstiegen. Auch die große hybride Energiezentrale der Siedlung mit mehreren Luftwärmepumpen wurde uns gezeigt – wir durften sogar in das Gebäude hineingehen, in dem die Technik untergebracht ist.

Anschließend tauchten wir in die Geschichte Regensburgs ein: Wir besichtigten die römische Legionslagermauer (zu finden in einem Parkhaus!) sowie die mittelalterliche Stadtmauer, deren Reste sich heute noch in der historischen Altstadt befinden. Dort spürten wir, wie sich die Stadt von der Römerzeit über das Mittelalter bis in die Moderne entwickelt hat. Besonders beeindruckend war der Blick von der Steinernen Brücke, einem Wahrzeichen Regensburgs, von dem man die Donau und den Dom besonders gut sehen kann.

Bei einem Spaziergang in Stadtamhof wurde das Thema Gentrifizierung diskutiert: vom einfachen Wohnviertel bis hin zum heutigen Akademiker- und Yuppie-Viertel. Den Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Essen im Spitalgarten und anschließender Freizeit ausklingen.

Tag 2 – Geschichte Bayerns und Hochwasserschutz an der Donau

Am nächsten Morgen stand zunächst das Haus der Bayerischen Geschichte auf dem Programm. Dort entdeckten wir auf interaktive Weise spannende Stationen der bayerischen Vergangenheit und erfuhren, wie historische Ereignisse bis heute das Leben in Regensburg und ganz Bayern prägen. 

Danach führte uns Herr Kastenmeier, passionierter Abteilungsleiter für Hochwasserschutz und Wasserbau, an der Donau entlang und erklärte uns die Hochwasserrisiken in Regensburg. Wir sprachen über mögliche Schutzmaßnahmen und auch über die Reaktionen der Bevölkerung auf geplante Eingriffe. Besonders anschaulich war die Besichtigung der Hochwasserpegel vergangener Ereignisse sowie einer der Orte, an dem in Zukunft neue Schutzanlagen entstehen sollen, die sich ins Stadtbild integrieren. Anschließend sahen wir eine mobile Schutzwand in Stadtamhof, die im Katastrophenfall schnell aufgebaut werden kann. Dabei diskutierten wir auch die Probleme: die notwendige Vorwarnzeit für die Einsatzkräfte und die fehlende Bürgerbeteiligung aufgrund von Haftungs- und Versicherungsfragen. Einen letzten Eindruck der Hochwassergeschichte erhielten wir an den Hochwassermarkierungen in der historischen Wurstkuchl direkt an der Donau.

Die Exkursion machte deutlich, wie viele Interessen bei Stadtentwicklung und Katastrophenschutz aufeinandertreffen. Am Ende stand die Erkenntnis, dass Stadtentwicklung und Hochwasserschutz weit mehr sind als technische Details – sie sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit einer Stadt. Dank der Expertenvorträge und den Ortsbesichtigungen konnten wir neue Perspektiven gewinnen und viele Eindrücke mitnehmen.