
Pünktlich wie immer traf der Bus mit 24 französischen Schülerinnen und Schülern am Samstagabend vor dem Gymnasium ein, wo die deutschen Gastfamilien der 9. Jahrgangsstufe bereits gespannt warteten – kannte man sich doch bisher nur über soziale Medien oder E-Mail. Nach einer zunächst etwas zurückhaltenden Begrüßung wurde der erste Abend in den Familien verbracht.
Für den Sonntag, der zur freien Verfügung stand, hatten die Familien sich viele verschiedene Aktivitäten überlegt. Obwohl das Wetter nicht so richtig mitspielte, hatten die Jugendlichen im Bayernpark oder auf Herrenchiemsee, aber auch beim Trampolinspringen oder in der Motorwelt in München eine Menge Spaß. Sogar ein kleiner Stop-Motion-Film mit Spielfiguren über den Austausch entstand am Wochenende in deutsch-französischer Zusammenarbeit. Auch während der Woche stellten die Schülerinnen und Schüler abseits des offiziellen Programmes ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm auf die Beine, darunter Spieleabende und geselliges Beisammensein zu Hause. Sogar eine Party im Jugendzentrum wurde organisiert.
Die Woche begann mit einem Ausflug nach Salzburg unter der bewährten Leitung von Benjamin Flächer. Aufgrund des schlechten Wetters fiel die Stadtbesichtigung leider kürzer als sonst aus. Zur Freude der Schülerinnen und Schüler wurde auf der Heimfahrt dann ein Zwischenstopp im Europark gemacht.
Wie alte Freunde – und tatsächlich bereits zum 13. Mal seit 2011 – wurden die französischen Lehrerinnen Frau Le Bourdiec und Frau Catelin mit ihren 24 Schülerinnen und Schülern am nächsten Tag von Bäckermeister Georg Zehetmaier, Leiter der Backstube im Brothaus Lehrbach, in der Produktion der Bäckerei in Trostberg empfangen. Im Rahmen einer spannenden Führung erhielten die jungen Gäste aus Thiaucourt einen umfassenden Einblick in das traditionelle Bäckerhandwerk. Zu ihrer großen Freude durften sie auch selbst Brezen drehen und Muffins dekorieren. Mit großem Interesse – und nicht weniger Genuss – wurden im Anschluss verschiedene Brotsorten verkostet. Besonders das Pfefferbaguette und die Dinkel-Urkruste fanden großen Anklang.
Zurück an der Schule wartete die Teilnahme an einer Doppelstunde Sport auf die französischen Gäste. Die Sportlehrer der 9. Klassen ließen einen Hindernisparcours aufbauen und es wurden drei Runden Chicken Run gespielt, bei dem sich alle auspowerten. Während die deutschen Schülerinnen und Schüler nachmittags regulären Unterricht hatten, bekamen die französischen Partner in Kleingruppen eine Schulführung durch die Französischlerner der Klasse 11B.
Bei der gemeinsamen Fahrt in die Berge am kommenden Tag zeigte sich unsere Region dann doch von ihrer sonnigen und etwas wärmeren Seite – so wie man es eigentlich aus den Vorjahren gewohnt war. Im Salzbergwerk begeisterten die Einfahrt auf der Grubenbahn, die Bergmannsrutschen und die stimmungsvolle Floßfahrt über den Spiegelsee. Bei der anschließenden Picknick-Runde um den Hintersee konnte die beeindruckende Bergkulisse genossen werden.
Am Donnerstag stand der Besuch der Adelholzener Wasserwelt in Siegsdorf auf dem Programm, bei dem auch verschiedene Getränke verkostet werden konnten. Anschließend deckten sich die französischen Schülerinnen und Schüler mit Mitbringseln für ihre Familien ein.
Am Freitag, dem letzten vollen Tag des Austausches, traten die Franzosen zu einer kleinen Rallye am Stadtplatz an. Mit Fragebögen ausgestattet, mussten die Teilnehmer Dekorationsartikel für die Abschiedsfeier einkaufen, Öffnungszeiten und Schaufensterauslagen ausfindig machen und die deutschen Wörter für verschiedene Fachgeschäfte herausfinden. Auch die Ausstellung zum Stadtjubiläum war Teil der Rallye.
Der Bayerische Abend in der Aula des JHG bildete den krönenden Abschluss der intensiven und erlebnisreichen Woche. Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen – auch diejenigen, die nicht am Austausch teilnahmen – hatten ein buntes Programm für die Gäste vorbereitet. Schuhplatteln, Dirndldrahn, Maßkrugstemmen und ein opulentes bayerisches Buffet gaben den Gästen einen Einblick in bayerische Traditionen. Eine flotte und anspruchsvolle Tanzeinlage durch drei Schülerinnen leitete zur Halbzeit elegant vom traditionellen zum modernen Teil des gelungenen Abends über.
Zusammen sein, miteinander reden und Spaß haben, gemeinsam etwas erleben – die Woche tat nicht nur der deutsch-französischen Freundschaft, sondern auch dem Miteinander der Schülerinnen und Schüler des JHG untereinander gut. Auch die Eltern kamen enger in Kontakt und lernten sich besser kennen.
Eine Schülerin des JHG berichtet: „(...) Am Ende waren wir alle sehr traurig, viele haben geweint. Auch der Samstag beim Abschied war sehr emotional. Wir haben eine Gruppe, in der wir jeden Abend telefonieren, jeder, der möchte, kann in den Anruf reingehen. Viele sind noch in gutem Kontakt mit ihrem Austauschpartner (...).“
Und pünktlich wie immer startete der Bus am Samstag in Richtung Frankreich. Neben den Jugendlichen freut sich auch das eingespielte Lehrerteam - Christina Spichtinger, Franziska Thome und Christina Falter vom JHG und ihre französischen Kolleginnen Andrea Le Bourdiec und Marine Catelin - auf ein Wiedersehen in Frankreich im März nächsten Jahres.
StDin C. Falter