
Am 6. Februar 2026 stand für die Klassen 11A und 11B des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums ein außergewöhnliches Projekt auf dem Stundenplan: ein kombinierter Vortrag mit Workshop zum Thema „Entspannungsübungen bei Bruxismus". Als Referentin durften wir Sonja Beck am JHG willkommen heißen, die als Physiotherapeutin beim Traunmed Sport- & Rehazentrum tätig ist.
Frau Beck gab den rund 50 Schülerinnen und Schülern zunächst einen Einblick in ihren Berufsalltag und stellte die verschiedenen Ausbildungs- und Studiermöglichkeiten im Bereich Physiotherapie vor.
Anatomie und Ursachen
Im theoretischen Teil der Veranstaltung rückte das Kiefergelenk in den Mittelpunkt. Es wird vom Unterkiefer (Mandibula) als Gelenkkopf und vom Schläfenbein (Os temporale) als Gelenkpfanne gebildet; ein Discus aus Faserknorpel übernimmt dabei die Funktion eines Stoßdämpfers. Während normale Alltagsvorgänge wie das Kauen lediglich rund 15 Minuten Zahnkontakt pro Tag verursachen, können Parafunktionen wie Bruxismus – das meist nächtliche Zähneknirschen – oder Clenching, also Zähnepressen häufig auch tagsüber, die Belastung auf zwei bis fünf Stunden täglich steigern. Die Folgen reichen von starker Abnutzung der Zahnsubstanz und Fissuren im Zahnschmelz über Schäden am Kiefergelenk bis hin zur Hypertrophie der Kaumuskulatur, insbesondere des M. masseter.
Aktive Entspannung
Der zweite Teil der Veranstaltung war bewusst praktisch gestaltet. Im Mittelpunkt stand die Aktivierung des Vagusnervs – des zehnten Hirnnervs und zentralen Bestandteils des Parasympathikus, der für Erholung und Regeneration zuständig ist. Durch gezielte Massagen des M. masseter und M. temporalis, Inklinationsübungen sowie spezielle Atemtechniken erfuhren die Jugendlichen, wie sie ihr vegetatives Nervensystem eigenständig von Anspannung auf Ruhe umschalten können.
Besonders erfreulich war die aktive Beteiligung der Q11: Die Schülerinnen und Schüler machten alle praktischen Übungen engagiert mit und nehmen damit konkrete Werkzeuge in den Alltag mit, um den körperlichen Auswirkungen des Schulstresses selbst begegnen zu können.
StR D. Dietl