
Nach einem Jahr Pause aufgrund der Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums erhielten am Freitag insgesamt 53 junge Leute am Johannes-Heidenhain-Gymnasium (JHG) in einer feierlichen Zeremonie ihre Abiturzeugnisse. Der Jahrgang 2026 ist außerdem der beste Abiturjahrgang in der Geschichte des JHG. Mit einem traumhaften Gesamtschnitt von 2,09 verabschiedeten sich 26 junge Frauen und 27 junge Männer in ihre akademische beziehungsweise berufliche Laufbahn.
„Wir sind unglaublich stolz auf das, was ihr geleistet habt. Ihr habt alle bestanden“, erklärte Oberstudiendirektor Matthias Schmid in seiner Ansprache und hob hervor, „ihr habt gezeigt, wie man zusammenhält und Verantwortung übernimmt“.
Da es seit dem Schuljahr 2026/27 für alle staatlichen weiterführenden Schulen in Bayern verpflichtend ist, bei Abschlussfeiern die Bayernhymne zu spielen, stellte Schmid die Frage, was denn eine Hymne überhaupt aussagt: „Sie gibt Identität und schafft Gemeinschaft. Eine Hymne steht vor allem auch für Stolz, doch auf was sind wir eigentlich stolz?“ Er führte aus, dass positiver Stolz sehr wertvoll sein könne, dass man aber auch gute Gründe brauche, um stolz zu sein. Eine Hymne sei darüber hinaus ein Lied über Heimat, über einen Ort der schütze und stets neugierig mache. „Wer nicht stehen bleibt, sondern stets hinterfragt, wer dankbar ist und neugierig bleibt, kann Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Ihr habt gezeigt, wie man zusammenhält und Verantwortung übernimmt“, so der Schulleiter.
Die vier Jahrgangsbesten Sophia Wimmer, Leonie Kuhar, Lysanne Hörl und Christian Bauer – Letzterer erzielte die Traumnote 1,0 – erhielten in gewohnter Tradition Buchgeschenke. Stella Schindlbeck durfte sich ebenfalls über ein Geschenk freuen, sie wurde für ihr jahrelanges, außerordentliches Engagement, unter anderem als Schülersprecherin geehrt.
Auch Bürgermeister Hans-Peter Dangschat gratulierte den Abiturienten herzlich und sprach davon, dass nun eine ganz neue und große Freiheit auf die jungen Erwachsenen warte: „Der Weg wird nicht immer ein leichter sein, aber auch Umwege führen oftmals auf den richtigen Weg“. Dies ginge seiner Meinung nach nicht selten mit Veränderungen und Belastungen einher. Dangschat zeigte sich jedoch davon überzeugt, dass die Gesellschaft Menschen braucht, die eben jene Belastung nicht als Hindernis, sondern als Chance sehen.
Mit einem edlen Tropfen Sekt verglich Elternbeiratsvorsitzender Steffen König den Abiturjahrgang. Er erntete viele Lacher für seine gekonnt humorvolle Umschreibung der Besonderheiten von Schülern während den Vorbereitungen auf das Abitur.
Das diesjährige Stipendium der Dr. Johannes Heidenhain GmbH überreichte Dr. Florian Schindler an Christian Bauer, der mit einem Schnitt von 1,0 Jahrgangsbester war. Neben einem Buch mit persönlicher Widmung erhielt er zusätzlich den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für besondere Leistungen im Fach Physik. Man habe sich die Entscheidung heuer wirklich nicht leicht gemacht, so Schindler, schlussendlich habe Bauer aber auf allen Ebenen überzeugt. Der Schüler hat sich für ein Studium im Fachbereich Physik entschieden.
Die feierliche Verleihung, in der mit über 30 Grad sehr heißen Aula wurde wie immer von der JHG-Bigband erstklassig umrahmt. Elisabeth Dressler (Q13) und Elisa Tejada Heidenhain (Q12) in Begleitung von Tanja Thaler am Klavier trugen mit „Burn“ von Ellie Goulding ein einfühlsames Stück vor und untermalten damit die besondere Stimmung, die an diesem bedeutenden Tag herrschte.
Christina Grimm