Traditionelle Workshops und hochaktuelle Themen: Die Projekttage am Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut  sind seit Jahren fester Bestandteil am Ende des Schuljahres. Nicht nur klassische Themen standen dieses Jahr auf dem Programm, auch der Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day war Thema.

Geplant wurde das Ganze bereits lange im Vorfeld. Fast jede Lehrkraft war an einem der Workshops beteiligt. Teilweise wurden diese auch von Schülerinnen und Schülern selbst angeleitet oder gemeinsam mit externen Personen durchgeführt. Unter dem Motto „Kreativität Verbindet“ fanden schließlich 36 Workshops und Aktivitäten statt – von sportlichen Aktivitäten in der Turnhalle mit „Tischtennis – mal anders“ über darstellende Kunst wie bei „Griechisches Drama – alles nur Theater?“ bis hin zu einer kosmetischen Werkstatt im Rahmen von „Naturkosmetik – nur Gesundes auf die Haut“.

Alle Jugendlichen der 5. bis 11. Klassen mussten zuvor drei Favoriten auswählen, einem davon wurden sie anschließend zugeteilt. Die Schüler der 12. Klassen unterstützten die einzelnen Gruppen. „Da das Ganze ja klassenübergreifend funktioniert, treffen die Schüler immer jemanden aus anderen Jahrgangsstufen und Klassen.  Dadurch haben sie Kontakt mit anderen, mit denen sie vielleicht noch nie was zu tun hatten. Das ist schon gut und gefällt den Schülern auch“, erklärte Orgateam-Leiterin und Lehrerin Alexandra Rose. Auch aus Sicht der Jugendlichen bringen die Projekttage Vorteile mit sich: „Man sieht auch mal eine andere Seite von den Lehrern. Das ist eine ganz andere Kommunikation – enger und persönlicher. Weil man ja mehrere Tage mit denen zusammen ist und an was arbeitet oder was macht“, erzählt der Zwölftklässler Adrian Weisshaupt. 

Mit einem Duftschwall empfing die Besucher beispielsweise der Workshop „Naturkosmetik – nur Gesundes auf die Haut“. Dort informierten sich die Jugendlichen über Kosmetik und dessen Inhaltsstoffe, Labels und Naturkosmetik. Zudem stellten sie Lippenpflegestifte, Körpersprays und Duschgels selbst her und konnten sie für den eigenen Gebrauch mit nach Hause nehmen. Wenige Räume weiter bot sich ein schauriges Bild: Blut floss, Menschen lagen auf dem Boden und neben offenen Wunden lagen blutigverschmierte Verbände – jedoch alles nur nachgeahmt und nicht echt. Die realistische Unfalldarstellung wurde von der Leiterin der Schulsanitäter Elli Hertel gemeinsam mit Mitarbeitenden des Malteser Hilfsdienstes durchgeführt. „Der Herr ist grad in Ohnmacht gefallen und wird nun fachgerecht versorgt“, schildert Hertel, während ein Spielzeugrettungswagen neben dem Verletzten und seinen Ersthelfern vorfährt.

Bei „Sansibar“ wurden nicht nur die Getränke für das Sommerfest geplant und gemixt, sondern auch für das Leben dazugelernt. „Das ist eben ein Teil der Projekttage – hier geht’s auch um den Alltag“, erklärt Lehrerin Theresia Ewerth. Wer in eine Bar gehe, sehe meist nur das fertige Getränk. Im Workshop erfuhren die Jugendlichen dagegen, dass dahinter viel mehr steckt. Dazu zählt nicht nur mixen und spülen: Mittels Plakaten wurde beispielsweise das Marketing nähergebracht. Hier wurde zudem bewusst auf eine bunte Gestaltung gesetzt, um nach dem Anschlag auf den Berliner CSD ein Statement für Vielfalt und Frieden zu setzen. 

„Man kann mal aus dem Fach ausbrechen – das ist für Schüler als auch für Lehrer interessant. Beide kommen aus ihren Räumen raus und machen ganz was anderes als im Unterricht“, bestätigte Schulleiter Matthias Schmid. 

Den Abschluss der Projekttage bildet am Mittwoch das Sommerfest. Dort präsenteren die Teilnehmenden den Gästen die Ergebnisse der vergangenen Tage. Untermauert wird der finale Abend mit Tanzauftritten, der Schülerband, Angeboten aus dem „Kreativ und Nachhaltig Kochen“ und zahlreichen weiteren Programmpunkten.

Christina Parzinger